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Allergie Hausstaubmilbe

Wie Hausstaubmilben Alarm in der Lunge auslösen

Allergene der Hausstaubmilben können einen angeborenen Mechanismus der Immunabwehr kapern. Wie sie damit die Lunge in Alarmzustand versetzen und eine Allergie vorbereiten, haben nun Wiener Forscherinnen und Forscher herausgefunden.

Milben begleiten den Menschen im Alltag über weite Strecken. Allergieauslösend wirken vor allem der Kot der winzigen Spinnentiere, ihre Eier sowie Überreste. Das Team um Ursula Smole und Winfried F. Pickl von der Abteilung für Zelluläre Immunologie der Medizinischen Universität Wien (Meduni) haben sich in Zusammenarbeit mit Forschern der Johns Hopkins University in Baltimore (USA) damit befasst, wie diese Allergene im Lungengewebe wirken

Massive Produktion allergiefördernder Faktoren

Dabei identifizierten sie das Protein Serum-Amyloid-A1 (SAA1) als Zielscheibe. Dieser schon länger bekannte Entzündungsfaktor wird von den Epithelzellen in der Lunge eigentlich in einer inaktiven und gebündelten Form hergestellt und freigesetzt, heißt es am Montag in einer Aussendung der Meduni. Das Immunsystem wird durch ihn in der Regel erst dann aktiviert, wenn er von einem Eindringling – meistens von Bakterien – zerlegt wird. So entsteht eine SAA1-Untereinheit, die sich aktiv im Kampf gegen die Bakterien einbringt, wie die Forscherinnen und Forscher im Fachjournal „Nature Immunology“schreiben.

Das Forscherteam konnte nun zeigen, dass diese Untereinheit auch dann an spezielle Rezeptoren im Bronchialgewebe binden kann, wenn keine Bakterien anwesend sind. In der Folge produziert das betroffene Gewebe Interleukin-33 (IL-33). „Der freigesetzte Alarmstoff IL-33 kann dann an unter dem Lungenepithel befindlichen Abwehrzellen binden, was zur massiven Produktion von allergiefördernden Faktoren führt“, so Pickl.

Möglicher Therapieansatz

Das machen sich laut den neuen Analysen auch bestimmte Hausstaubmilben-Allergene zunutze, indem sie diesen angeborenen Immunmechanismus schlichtweg kapern: Auch sie können bei Kontakt SAA1 in seine Untereinheiten zerlegen und den Entzündungsmechanismus in Gang setzen. Dadurch bereiten sie indirekt den Boden für Allergien in dem chronisch künstlich gestressten Gewebe. „Damit konnte ein weiterer Mechanismus identifiziert werden, wie Hausstaubmilbenallergene das menschliche Immunsystem attackieren“, sagte Pickl.

Schalteten die Wissenschaftler in der Folge die Produktion von SAA1 bei Mäusen aus, waren diese auch besser vor der Wirkung der Allergene geschützt. Hier könnte es sich um einen zukünftigen Ansatzpunkt zur Therapie dieser Form der Allergie handeln, heißt es. Schafft man es nämlich, in der Lunge aktives SAA1 und die in den Prozess eingebundenen Rezeptoren im Gewebe zu blockieren, könnte das die Wirkung der Milben-Allergene auf das Immunsystem unterbinden.

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Allgemein

Arbeitsunfälle 2019

Bei Arbeitsunfällen wurden 2019 von der Unfallversicherungsanstalt AUVA 161.236 Schadensfälle anerkannt, davon waren 105.449 Arbeitsunfälle Erwerbstätiger und 54.589 in Ausbildung Befindlicher.

14.382 Unfälle ereigneten sich auf dem Weg zur oder von der Arbeit. Weitere 1.198 Fälle betrafen Berufskrankheiten. Hier wurde nach einem Rückgang wieder das Niveau von 2017 erreicht.

Die Entwicklungen im Detail: Die Zahl der Arbeitsunfälle Erwerbstätiger ging gegenüber 2018 noch einmal leicht zurück (-941 Unfälle, -0,9 Prozent). Gestiegen ist hingegen die Zahl der Unfälle von Schülern, Studierenden und Kindergartenkindern im verpflichtenden Kindergartenjahr (+1,5 Prozent) sowie jene der Berufskrankheiten (+5,1 Prozent). Die Unfallrate auf 1.000 unselbstständige Beschäftigungsverhältnisse betrug 23,96 (2018: 24,38) für die Arbeitsunfälle ohne Wegunfälle. Die Unfallrate auf 1.000 Dienstnehmer ohne Wegunfälle betrug 27,38 (2018: 28,06).

Der Bausektor führt die Unfallrate mit 64,3 pro 1000 Beschäftigten an gefolgt von Wasserversorger und Abfallentsorgung (52,4)

In absoluten Zahlen war die Produktion mit 18.624 Unfällen an erster Stelle gefolgt von Bau- und Baunebengewerbe mit 17.455 Unfälle.

Unfallursache waren Kontrollverlust über Maschinen, Transportmittel und Werkzeuge (33.643), Sturz und Absturz (18.865) sowie unkoordinierte Bewegungen, Zusammenstöße oder Treten auf scharfe Gegenstände (17.669).

Bei den anerkannten Berufskrankheiten (1.198 Fälle) lag erneut die Schwerhörigkeit durch Lärm mit 697 (2018: 640) Fällen an der Spitze gefolgt von Hautkrankheiten mit 109 (2018: 124) und asbestbedingten Erkrankungen 103 (2018: 108). Die Aspesterkrankungen sind meist Spätfolgen einer lang zurückliegenden Exposition, die Verwendung des Materials ist seit 1990 verboten.

Bei der AUVA sind rund 4,5 Millionen Personen gesetzlich gegen die wirtschaftlichen, gesundheitlichen und sozialen Folgen von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten versichert. Sie finanziert ihre Aufgaben fast zur Gänze aus den Beiträgen der Dienstgeber und übernimmt dafür die Haftung für Arbeitsunfälle und das Auftreten von Berufskrankheiten.

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Handschutz PSA

Schnittschutz

Handschuhe mit Schnittschutz werden wie folgt gekennzeichnet nach EN388 (mechanische Gefahren) gekennzeichnet

Der Handschuh hat z.Bsp. folgende Kennzeichnung

  1. Abrieb = 3 (kann 2000 mal gerieben werden)
  2. Schnittfestigkeit = 2 (Messer kann 2,5 mal an der selben Stelle darüber gleiten)
  3. Weiterreißfestigkeit = 3 (Man braucht über 50 Newton)
  4. Stichfestigkeit = 4 (über 150 Newton für Durchstich notwendig)

Die Kennziffer setzt sich wie folgt zusammen, je Höher die Ziffer, desto widerstandsfähiger der Handschuh

12345
1Abriebfestigkeit (in Zyklen)10050020008000
2Schnittfestigkeit (in Zyklen)1,22,551020
3Weiterreißfestigkeit (in Newton)10255075
4Stichfestigkeit (in Newton)2060100150